Schnarchdiagnostik durch Polygrafie

 

Rund vier von zehn Menschen schnarchen nachts – Männer häufiger als Frauen. Schnarchen beeinträchtigt die Lebensqualität – übrigens auch die des Bettnachbarn. Nicht selten entwickelt sich die nächtliche Geräuschkulisse zu einer Belastung in der Partnerschaft, denn es können Lautstärken von bis zu 90 db(A) entstehen, die an einen Presslufthammer oder einen vorbeifahrenden LKW erinnern. Schnarchen (med. Rhonchopathie) bedeutet jedoch auch eine nicht unerhebliche Gefahr für die Gesundheit. Durch den Sauerstoffmangel im Blut kann es zu Bluthochdruck, erhöhtem Puls, verminderter Herzleistung und Herzrhythmusstörungen kommen. Gefährlich ist zudem die häufige Tagesmüdigkeit, da sie das Unfallrisiko im Straßenverkehr und am Arbeitsplatz erhöht.

 

Schnarchen geht mit Atemstillständen einher, die während der Nacht mehrfach vorkommen. Dauern die Atempausen (Apnoen) länger als 10 Sekunden oder treten sie mehr als fünf- bis zehnmal in der Stunde auf, besteht der Verdacht auf ein Schlafapnoe-Syndrom. Mit der ambulanten kardiorespiratorischen Polygrafie, die in der Praxis Dr. Hufnagel angeboten wird, lässt sich das Vorliegen einer Schlafapnoe bestätigen oder ausschließen. Sie kann jedoch auch zur Kontrolle einer eingeleiteten nCPAP-Therapie (nächtliche Überdruckbeatmung) eingesetzt werden. Dabei erhält der Patient ein kleines Gerät, das er mit nach Hause nimmt und für eine Nacht trägt. Es ist einfach zu bedienen und misst die wichtigsten Parameter des Körpers im Schlaf:

 

durchschnittliche Anzahl von Apnoen (Atempausen) und Hypopneuen (Verringerung des Atemflusses) je   geschlafener Stunde (AHI =Apnoe-Hypopneu-Index)

 

Sauerstoffsättigung im Blut während der Nacht

 

Herzfrequenz (Anzahl der Herzschläge pro Minute)

 

Lautstärke der Schnarchgeräusche (Aufzeichnung durch ein Mikrofon)

 

Körperlage

 

Atembewegungen des Brustkorbs und des Bauchs (zur Feststellung, ob evtl. Atemstillstände durch Verschluss der Luftwege verursacht werden (obstruktive Schlafapnoe) oder durch einen fehlenden Atemimpuls des Gehirns (zentrale Schlafapnoe)

 

Im Anschluss erfolgt eine computergestützte Auswertung der Befunde sowie eine Beurteilung und Dokumentation. Liefert die Polygrafie einen Hinweis auf eine Schlafapnoe, schließt sich in aller Regel eine Untersuchung in einem spezialisierten Schlaflabor an. Hier werden im Rahmen der Polysomnografie dann zusätzliche Werte (Hirnströme, Muskelaktivitäten etc.) gemessen.